Klecks-EL 09-10/2024

11 STREITEN An selbstgelösten Konflikten wachsen Wann sollten Erwachsene in Streit zwischen Kindern eingreifen? Die meisten Eltern kennen sie zu Genüge: Machtkämpfe zwischen Geschwistern, Streitsituationen im Kindergarten oder Mobbing in der Schule. Die Anlässe für Konflikte können so gewichtig wie nichtig sein. Manche können Kinder alleine lösen, bei anderen benötigen sie zur Klärung eine gute Begleitung durch Erwachsene. Mit spielerischen Elementen üben fünf bis zehnjähri- ge Kinder im Pala- ver zelt Streite selbstbestimmt zu lösen. Ziel des Programms ist es, pädagogischen Fachkräften eine einfache, schnell erlernbare Methode an die Hand zu geben, um auf Konfliktsituationen zwischen Kindern konstruktiv reagieren zu können. Die Kinder wiederum erlernen ein Modell, das sie befähigt, eigene Gefühle auszudrücken, die eigenen Bedürfnisse und die des anderen Kindes ernst zu neh- men und selbständig eine Lösung zu entwickeln. Als unterstützendes Mittel für Schulmeditation wurde auch der Konfliktlösungsteppich „Friedensbrücke David“ konstruiert. Auf ihm können sich Kinder nach einemStreit Schritt für Schritt einander annähern. Unter Anleitung wird ihnen ermöglicht, das Konfliktereignis aus demBlickwinkel des anderen zu sehen, was die Entwicklung von Verständnis und Empathie fördert. „Ein in Beratungsstellen häufig genutztes Instrument zur Kon- fliktlösung mit älteren Jugendlichen und Erwachsenen ist außerdem das Genogramm. Bei diesem Blick in die Familien- geschichte und weiteren Methoden geht es weniger um fertige Lösungen, als vielmehr darum, sein eigenes Verhalten besser zu verstehen und um Handwerkszeug für lebenslang anwend- bare Strategien“, schildert Petra Buderath, Leiterin der Fami- K inder strei- ten sich um Spielzeug, darum, wer mit- spielen darf und wer beim Famili- enausflug als Ers- ter vorausläuft. Diese und ähnli- che Alltagskon- flikte zwischen Geschwistern oder Spielkameraden sind ein wichtiger Motor sozialer Entwicklung. Oft sind die Streitig- keiten zwischen Kindern von emotionalen Elementen beglei- tet. Erst ab einemAlter von circa drei Jahren entwickeln Kinder die Fähigkeit zur Empathie und verstehen emotionale Reaktio- nen anderer Personen. Die Grundlagen zur Konfliktlösung werden in der Regel zuhau- se gelegt. Positives Vorleben in der Familie ist darum ein großer Baustein. Angesichts ausgeweiteter Betreuungszeiten in den Kitas werden sozial-emotionale Kompetenzen aber auch immer häufiger dort erlernt. Ein praktisches Beispiel für eine häufig angewendete, positive Konfliktkultur ist „Das Palaverzelt“. Hinter diesem Begriff steckt ein Konfliktlösungsritual, das zwischen 2007 und 2009 von Prof. Dr. Ansgar Marx, Leiter des Institut für Konfliktlö- sungen (iko), Braunschweig/Wolfenbüttel, einem Team aus Kitaleiter*innen, Erzieher*innen sowie Studierenden der Ost- falia Hochschule speziell für Kitas und Grundschulen entwi- ckelt wurde.

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