Klecks EL Ausgabe September/Oktober 2023
10 KINDERRECHTE Wie werden die Kinderrechte in Niedersachsen umgesetzt? Der Deutsche Kinderschutzbund vertritt als Lobby für Kinder deren Interessen und Rechte mit ihren Positionen und Ange- boten in der Öffentlichkeit, der Fachwelt, in den Medien, und in der Landespolitik. „Wir kooperieren mit fachverwandten Organisationen und Einrichtungen in Niedersachsen“, sagt Daniela Rump. Kinder sind eigenständige Menschen und haben eigene Rech- te, sagt sie weiter. Für das tägliche Leben heißt dies, dass alle Kinder in ihren Belangen, mit ihren Interessen und Bedürfnis- sen wahrgenommen und anerkannt werden müssen, sagt sie. Sind Kinderrechte im Grundgesetz verankert? Obwohl der Schutz der Kinder in der Arbeit verschiedener Ein- richtungen in der Stadt mittlerweile etabliert ist, gibt es keine Verbindlichkeit bei der Umsetzung der Kinderrechte, weil sie nicht im Grundgesetz verankert sind. „Es gibt im konservati- ven Lager Kräfte, die die Rechte der Eltern durch die Kinder- rechte beschnitten sehen“, sagt Barbara Küppers. Und, so fügt sie an, Kinder seien keine Wähler und haben keine Lobby. Mallory Völker ist Honorar-Professor und Familienrichter am Oberlandesgericht in Saarbrücken. In einem Interview mit demDeutschlandfunk sagte er: „Man kennt ja die Erziehungs- maxime: Starke Kinder brauchen starke Eltern. Das Umge- kehrte ist aber auch richtig: Starke Eltern brauchen starke Kinder. Und damit meine ich Kinder mit starken eigenen Rech- ten. Denn die Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz würde doch auch Eltern bessere Möglichkeiten der Durchset- zung der Belange ihrer Kinder gegenüber dem Staat eröffnen.“ „Die Rechte und Interessen von Kindern müssen in unserer Gesellschaft endlich beachtet werden“, sagt Daniela Rump. Dafür bräuchten wir einen Perspektiv- und Politikwechsel in Deutschland. Der Kinderschutzbund setzt sich dafür ein, dass die Kinderrechte ins Grundgesetz aufgenommen werden. „Wichtig dabei ist, dass Kinder und Jugendliche miteinbezo- gen und beteiligt werden, bei allen Entscheidungen, die sie betreffen.“ Norwegen, Belgien, Irland, Spanien, Österreich und Südafrika haben die Kinderrechte bereits in ihren Verfassungen aufge- nommen. Ob sie in dieser Legislaturperiode auch ins Grund- gesetz kommen, hängt imWesentlichen davon ab, wie sie for- muliert werden. Denn zwei Drittel der Bundestagsabgeordne- ten müssen dem Text zustimmen. Wichtig ist da, dass Kinder die Möglichkeit bekommen, ihre eigenen Rechte einzuklagen. Welche Auswirkungen hätte es, wenn Kinderrechte im Grundgesetz stehen? Eine Aufnahme der Kinderrechte in das Grundgesetz hätte Auswirkungen auf verschiedenen Ebenen, sagt Anell Havekost. Es würde die Lebensverhältnisse von Kindern verbessern, für mehr Gleichberechtigung sorgen, man könnte Verfassungs- beschwerden einlegen, wenn die Rechte der Kinder nicht ein- gehalten werden. Insgesamt wäre es verpflichtender, sagt Havekost. „Es würde den Kinderschutz unterstützen.“ Zwar Kinderrechte Infos über Kinderrechte gibt es auf einigen Internetseiten. Alle Informationen und die UN-Konvention über die Rechte der Kinder imWortlaut gibt es auf www.kinderrechte.de. Die zehn wichtigsten Kinderrechte in Kurzform: 1. Gleichheit: Alle Kinder haben die gleichen Rechte. Kein Kind darf benachteiligt werden. 2. Gesundheit: Kinder haben das Recht gesund zu leben, Gebor- genheit zu finden und keine Not zu leiden. 3. Bildung: Kinder haben das Recht zu lernen und eine Ausbil- dung zu machen, die ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten ent- spricht. 4. Spiel und Freizeit: Kinder haben das Recht zu spielen, sich zu erholen und künstlerisch tätig zu sein. 5. FreieMeinungsäußerung undBeteiligung: Kinder haben das Recht bei allen Fragen, die sie betreffen, mitzubestimmen und zu sagen, was sie denken. 6. Schutz vor Gewalt: Kinder haben das Recht auf Schutz vor Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung. 7. Zugang zuMedien: Kinder haben das Recht sich alle Informa- tionen zu beschaffen, die sie brauchen, und ihre eigene Mei- nung zu verbreiten. 8. Schutz der Privatsphäre und Würde: Kinder haben das Recht, dass ihr Privatleben und ihre Würde geachtet werden. 9. S chutz im Krieg und auf der Flucht: Kinder haben das Recht im Krieg und auf der Flucht besonders geschützt zu werden. 10. Besondere Fürsorge und Förderung bei Behinderung: Behin- derte Kinder haben das Recht auf besondere Fürsorge und Förderung, damit sie aktiv am Leben teilnehmen können. Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung Kindertag in Meppen Am Sonntag, 17. September, wird für Kinder und Familien ab 14 Uhr im und am Jugend- und Kultur- zentrum JAM und auf dem Gelände des Freibades ein Programm mit vielen Aktionen und Spielen angebo- ten. Der Eintritt ist frei. Der Arbeitskreis Kindertag sowie insgesamt 40 Vereine und Verbände präsentie- ren Spiel und Spaß, Sport, Action und Musik sowie jede Menge Informationen und garantieren so ein erlebnisreiches Fest. Viele Aktionen laden zum Mit- machen ein. Außerdem wird ein vielfältiges Bühnen- programm geboten. Die Besucher erwarten zahlrei- che Auftritte und Vorführungen. Anlässlich des vom UN-Kinderhilfswerk UNICEF ins Leben gerufenen Weltkindertages findet diese Veranstaltung bereits seit 1997 in Meppen statt. >> Infos unter www.jam-meppen.de .
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